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Wollen statt Sollen

Der musikalische Spielraum

für Dein Querflötenspiel

Ist Dir noch ganz nah, warum Du einmal angefangen hast Querflöte zu spielen?

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Magnet nicht die Aussicht auf intensives Tonleiter- oder Arpeggio Spiel war.

Erinnerst du dich?

War es der Klang der dich berührt hat? Hattest du damals die Gelegenheit eine Querflöte in die Hand zu nehmen und auszuprobieren? Warst du in einem Konzert und hast eine Solopartie der Flöte gehört? Hat der Nachbar oder die Nachbarin Querflöte gespielt? War es ein Anime-Film, oder ein Musical? 

Du siehst, es gibt ganz schön viele Möglichkeiten, diesem wundervollen Instrument zu begegnen. 

 

Irgendwann hast du vielleicht sogar Unterricht bekommen. Was für ein Erlebnis! Unter Anleitung geht der Anfang gut und leicht voran. Dann, die ersten Herausforderungen. Der Flow ist plötzlich dahin. Die Lehrerin oder der Lehrer motivieren, machen Mut, zeigen Wege und wirken auf dich ein. Jetzt ist Geduld gefragt. Die Fortschritte gehen langsamer voran. Das ist übrigens normal! Absolut normal. 

 

Und dann, ganz allmählich, schleicht sich ein Gedanke ein, der immer wieder kommt:  "Ich MUSS noch üben!" 

 

Das sollte für dich wie eine rote Ampel wirken. Ein STOP. Der Moment zum Innehalten ist da..... Vollbremsung. 

 

Gut Gebremst - Und jetzt?

Flöte weg legen, aus dem Fenster schauen, und deinen bisherigen Weg noch einmal Revue passieren lassen. Du wirst wahrscheinlich sehr schnell dahinter kommen, dass diese Hürden den Spaß ausbremsen. 

Trotzdem bist du ja einsichtig und bereit die Aufgaben umzusetzen, die du im Unterricht bekommen hast. 

Du erkennst die Notwendigkeit, aber auch die leise Frage: bleibt das jetzt immer so? Ist jetzt Schluss mit schön, und im Flow sein. Wo ist der Genuss? 

 

Das sind genau die richtigen Fragen, die die Tür zum Wiederfinden der Spielfreude öffnen. Aber, der Weg ist anders. So wie die Wege eines Spaziergangs.

Jede Sekunde siehst du Neues und lässt es genauso schnell hinter dir, weil du weitergehst.

Es sei denn....... du bleibst mal stehen und genießt was du in dem Moment siehst, hörst oder riechst.  Lange, genüsslich und ausgiebig. Vielleicht eine schöne Blume? Ein Bach, der auch noch gluckert, Bäume, die du umarmen kannst, oder mit den Händen und geschlossenen Augen die Rinde ertastest und fühlst.

Ein Reh beobachten.... setze die Möglichkeiten an dieser Stelle einmal für dich fort. 

 

Spieltechnische Hürden sind der Stillstand, um hinzuschauen zu können.

Wie bei deinem Spaziergang hältst du inne, bleibst stehen und klärst ab. Was ist denn an der Stolper-Stelle musikalisch überhaupt los? Warum sperren meine Finger? Das Intervall ist so schön. Und der Rhythmus auch. .... die Stelle ist so schön, aber ich kann sie noch nicht spielen. 

 

An dieser Stelle, kannst du dir den Genuss zurückholen. Spiele einfach nur das Intervall, weil du es so schön findest. Wenn die Finger es können, nimm den Rhythmus dazu, dass ist dann schon mal Sahne auf dem Ganzen. Und so setzt du alle Puzzleteile spielend und klingend zusammen. Mit Genuss im Flow. Dann wird jede Übesequenz zu einem kleinen Stück Musik. 

Jede Übung ist immer auch Musik ! Und wenn noch nicht, mach eine daraus. Sie kann auch die Keimzelle für eine eigene Idee sein. 

 

DENN!

Jetzt kommt der alle entscheidende Satz!

 

"DER LERNPROZESS IST DER ERFOLG UND DER GENUSS - NICHT DAS FERTIGE STÜCK."

 

Alles was du liebst wird schön.
Alles was du liebst wird schön.

Die intrinsische Motivation

Dieser Weg, den ich dir hier aufgezeigt habe, ist nur ein kleines Beispiel. Eine Möglichkeit sich den Spaß zurückzuholen, Schwierigkeiten "bunt anzumalen". Mit ihnen zu spielen, und jeden Ton genießen. 

 

Weitere Aspekte solltest du ebenfalls nicht aus deiner Wahrnehmung verlieren. Beginne dein Üben immer mit den Stücken, mit Melodien die du liebst, die du wie im Schlaf kannst. 

Diese Musik gibt dir Kraft, Wohlgefühl und Freude. Eine wundervolle innere Motivation. 

 

Frage dich, welche Musik dir besonders liegt. Welches Genre, besprich das mit deiner Lehrkraft. 

 

Setzte dir kleine Ziele, die du leicht und schnell erreichen kannst. 

 

Hüte dich vor Perfektionismus, und dem harten inneren Zensor in der Übe Phase. Du bist auf dem Weg, nicht am Ziel. Und Üben klingt logischer Weise manchmal scheppert. Hörst du an dem Punkt auf, wird es weiter scheppern. Spielst und übst du weiter, wird das Ergebnis oft einen Tag später hörbar und fühlbar. 

Setze dir lieber auf deine Schulter eine gewitzte, gut gelaunte Hexe oder Zauber, der dir laute freche Ideen zuflüstert. Gute Ideen, die dich an den Spaß erinnert. Üben und Spaß schließen sich nicht aus. 

 

Es ist besser positive Verstärker: innen zu haben als GEGEN den inneren Kritiker anzuarbeiten.

 

Behalte den hut auf!

Deine Hexe, Kobold, oder dein Zauberer sind dazu da, dich an deine eigene Fantasie, deine Ideen, deine Wünsche und deine Neugierde zu erinnern. 

 

Dein Lehrer, deine Lehrerin zeigen dir den Weg und wie es geht. Aber sie können dir dein Wollen nicht abnehmen. 

  

Bleibe also zauberhaft, erfinderisch mit dem was dir deine Querflöte an Möglichkeiten bietet. Und seien es auch Hürden. Sie sind der Kompost für die Blumen die wachsen werden. 

 

Das wünsche ich Dir ! 

 

Herzlichst

Christine Thomsen 


Im Podcast weiterhören zum Thema

Wenn du noch weiter in das Thema einsteigen möchtest, höre gerne die gleichnamige Podcast Folge in der Flöten-Frequenz. 

 

Klicke einfach auf das Bild. 

Behältst du den Hut auf? Oder hast deine Zauberformel für eine kontinuierliche Motivation schon gefunden?

 

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