An Schüler: innen vorbei unterrichten
Nach so vielen Berufsjahren staune ich immer noch, wie langsam und zäh sich der Instrumentalunterricht weiterentwickelt.
Wie stark längst überholte Spieltechniken immer noch ihr Unwesen treiben.
Und wieso sind Instrumentalschulen immer noch die zentrale Literatur, um Schüler: innen in ihrer Entwicklung voranzubringen? Starr, nach Schema F. Dabei ließe sich im ersten Unterrichtsjahr viel
schneller eine beglückende Spielfreude aufbauen. Jenseits der Noten. Erst einmal mit dem Instrument vertraut werden; Haltung und Klang entwickeln, auf dem Puls der Musik und von Anfang an im Flow
spielen. Das ist ein starkes Fundament.
Statt dessen werden immer noch die klassischen Exerzitien durchgepeitscht. Mit der Begründung: nur da liegt die Wirkung und der Kern für Fortschritt in der Technik und zur
Virtuosität.
Ich sage nicht, dass das rundweg falsch ist, aber kennen die Schüler: innen eigentlich selbst ihre Wünsche und Ziele? Sind sie mit ihrem Instrument verwoben? Können Sie nach Gehör spielen? Denn
die Musik selbst ist Klang und keine Note. Kennen sie das Musiksystem in dem sich unsere Musikkultur abspielt? Und wie viel Spaß es macht, sich darin hörend und spielend zu bewegen?
All das schließt Notenspiel nicht aus, aber dort liegt nicht die einzige Wahrheit und schon gar nicht das alleinige Glück. Über die Herausforderung, die das Notenlesen speziell mit sich bringt,
werde ich auch berichten und schreiben.
Wieviele Schüler: innen eines Instrumentallehrers wollen, in seiner gesamten beruflichen Laufbahn, Musik studieren? Schon mal gezählt? Insgesamt dürfte das sehr überschaubar sein.
Ich setzte dieses Thema „Mit Musik Geschichten erzählen“ für das neue Jahr 2026 als Motto und darauf freue ich mich sehr.

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